Umweltschutzausgaben

Die Ausgaben des öffentlichen Sektors, der Unternehmen und der privaten Haushalte für den Schutz der Umwelt sind ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Bedeutung umweltbezogener Maßnahmen. Ihre Höhe gibt Aufschluss darüber, welche finanziellen Mittel innerhalb einer Volkswirtschaft für die Vermeidung, Verringerung oder Beseitigung von Umweltbelastungen eingesetzt werden. Niedrige Ausgaben lassen jedoch nicht zwangsläufig auf einen geringen Umweltstandard schließen, da die Wirksamkeit von Maßnahmen nicht allein von den eingesetzten Mitteln abhängt.

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Die Umweltschutzausgabenrechnung (Environmental Protection Expenditure Accounts, EPEA) erfasst die finanziellen Mittel, die von gebietsansässigen Wirtschaftseinheiten für Umweltschutzzwecke aufgewendet werden. Sie bildet damit die ökonomischen Anstrengungen von Staat, Unternehmen und Haushalten zum Schutz der Umwelt sowie zur Umsetzung des Verursacherprinzips ab.

Die nationalen Umweltschutzausgaben umfassen die laufenden Aufwendungen und Investitionen für Umweltschutzzwecke sowie die entsprechenden Finanzierungsströme gegenüber dem Ausland. Sie zeigen, welche Ressourcen direkt oder indirekt für umweltbezogene Maßnahmen eingesetzt werden, unabhängig davon, ob diese Leistungen selbst erbracht oder von anderen Wirtschaftseinheiten bezogen werden.

Diagramm mit Zeitreihe zu Umweltschutzausgaben von 1995 bis 2021
Abb.: Umweltschutzausgaben in Österreich

Die Umweltschutzausgabenrechnung liefert Informationen über die Produktion, Nutzung und Finanzierung von Umweltleistungen. Sie ermöglicht es, die wirtschaftliche Bedeutung des Umweltschutzes zu quantifizieren, die Entwicklung von Umweltinvestitionen zu beobachten und die Beiträge verschiedener Wirtschaftsbereiche zu analysieren. Darüber hinaus zeigt sie auf, welche Sektoren die Kosten für Umweltmaßnahmen tragen und wie sich diese im Zeitverlauf entwickeln. Damit bildet sie eine wichtige Grundlage für die Bewertung umweltpolitischer Maßnahmen sowie für nationale und internationale Vergleiche.

Die Ergebnisse der Umweltschutzausgabenrechnung unterstützen die Beobachtung zentraler nationaler, europäischer und internationaler Umwelt-, Klima- und Nachhaltigkeitsziele. Darüber hinaus liefern sie wichtige Informationen über Investitionen und laufende Ausgaben für umweltbezogene Maßnahmen, die auch zur Erreichung von Klima- und Energiezielen beitragen können. Durch ihre internationale Vergleichbarkeit ermöglichen die Daten die Analyse langfristiger Entwicklungen sowie die Beurteilung politischer Maßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene.

Zum Umweltschutz zählen alle Tätigkeiten, die primär der Vermeidung, Verringerung oder Beseitigung von Umweltbelastungen dienen. Der Erfassungsbereich orientiert sich an der internationalen Klassifikation der Umweltschutzaktivitäten und -ausgaben (CEPA), die einen anerkannten Standard für die Gliederung entsprechender Tätigkeiten und Ausgaben darstellt.

Als Bestandteil der Umweltgesamtrechnungen verknüpft die Umweltschutzausgabenrechnung Umwelt- und Wirtschaftsdaten. Sie trägt damit zu einem besseren Verständnis der Zusammenhänge zwischen wirtschaftlicher Entwicklung, Ressourcenverbrauch und Umweltbelastungen bei und unterstützt die Beobachtung des Übergangs zu einer nachhaltigen und ressourceneffizienten Wirtschaftsweise.