Materialflussrechnung / -analyse

Quelle: Umweltbundesamt

  

Im Rahmen der Materialflussanalyse werden die Materialien inputseitig in vier Materialströmen – Biomasse, metallische Erze, nichtmetallische Minerale und fossile Energieträger – abgebildet und in physischen Einheiten (meist in Tonnen) ausgewiesen. Outputseitig wird die Abgabe an die Natur über die Luft, den Boden, das Wasser sowie der dissipative Gebrauch und Verlust von Gütern dargestellt.

Ressourceneffizienz

Aufgrund der Einbettung in das System umweltökonomischer Gesamtrechnungen ist es mittels MFA möglich die Ressourceneffizienz einer Volkswirtschaft zu messen. Das geschieht indem die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes, also das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dem Materialverbrauch (DMC) gegenübergestellt wird. Die Materialintensität (DMC/BIP) gibt an, wie viele Materialeinheiten benötigt werden, um eine Einheit des BIP zu erzeugen. Während die Ressourceneffizienz (BIP/DMI oder BIP/DMC) zeigt, welche Wertschöpfung mit einer Einheit Materialeinsatz geschaffen werden kann.

© Umweltbundesamt
Abb.: Entwicklung des Ressourcenverbrauchs und des Bruttoinlandsprodukts in Österreich (Daten: Statistik Austria / Grafik Umweltbundesamt)

Kompatibilität mit den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen

Durch die Anpassung der Systemgrenzen der Materialflussrechnung an jene der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen besteht die Möglichkeit, Materialströme mit volkswirtschaftlichen Daten in Relation zu setzen. Die Datenorganisation ist ÖNACE- und NAMEA-kompatibel und damit anschlussfähig an die VGR und an andere etablierte Umweltberichterstattungssysteme. Die Methodik der Berechnung ist in den wesentlichen Punkten international abgestimmt.

 

Materialflussrechnungen können auf unterschiedlichsten Ebenen erstellt werden, z.B. für einzelne Unternehmen, Wirtschaftsbereiche, Regionen, Nationalstaaten oder auch auf globaler Ebene. Dabei wird jeweils die Gesamtheit aller Materialien, die ein System innerhalb eines Zeitraums aufnimmt, intern verarbeitet und wieder abgibt, bilanziert.

 

Die Materialflussrechnung für Österreich besteht als Zeitreihe ab 1960 und wird von der Statistik Austria jährlich um die neuesten Daten ergänzt. Rohmaterialäquivalente (RME) liegen seit 2008 vor.

Auf europäischer Ebene liegt eine Zeitreihe der EU-15 ab dem Jahr 1970 vor, für EU-27 ab dem Jahr 2000.